Zur Geschichte der Feuerwehr in Stralsund

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Schon frühzeitig bemühte sich der Rat der Stadt Stralsund, mit entsprechenden Festlegungen und Maßnahmen Brände zu verhüten oder zu bekämpfen. 1520 erschien bereits eine Feuer-Ordnung, von der aber kein Exemplar überliefert ist.

Die älteste, im Stadtarchiv vorhandene „Renovirte Fewr-Ordnung“ stammt aus dem Jahr 1659. Deren Herausgabe war notwendig geworden, weil es immer wieder vorkam, dass, wie im Vorwort zu lesen ist, „in leider entstandenen betrübten Fällen nicht allerdings schuldige Folge geleistet worden“ und der Rat „dannhero die Nothdurfft“ hatte, die Ordnung zu revidieren. Die Ordnung legte fest, dass in jedem Wohngebäude Tonnen mit Wasser, Ledereimern und eine „Sprütze“ zur Brandbekämpfung bereitstehen. Bei größeren Gebäude war das Vorhandensein von Leitern und Feuerhaken vorgeschrieben. Der Stadtkur (Turmbläser) hatte die Pflicht, in der Nacht jede Stunde ein Entwarnungszeichen zu geben. Brach ein Feuer aus, musste er durch kräftiges Blasen die Bürger warnen und am Tage mit einer roten Fahne und in der Nacht mit einer Laterne die Richtung anzeigen, in welcher Straße das Feuer ausgebrochen war.

Feuerwehr präsentiert sich anlässlich ihres 15jährigen Bestehens, 1898

Eine Berufsfeuerwehr gab es in Stralsund bis Anfang der achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts nicht. Vielmehr waren die Zimmerer, Maurer, „Schiefeldecker“ und Schornsteinfeger verpflichtet, zum Brandherd zu eilen und mit ihren mitgebrachten Werkzeugen gegen den Brand vorzugehen. Im Grunde genommen erwartete man aber von jedem Bürger, dass er mit seinen Eimern und Spritzen aktiv an der Brandbekämpfung teilnahm.

Am 11. Februar 1883 erschien in der „Stralsundischen Zeitung“ ein Artikel zur „Reorganisation“ des Feuerlöschwesens in der Stadt Stralsund. Diese hatte „mit dem 1. Februar durch Entlassung der alten und Einstellung neuer Mannschaften sowie neu beschafften Spritzen und sonstigen Geräthschaften ihren Anfang genommen“. Unter „Reorganisation“ verstand man damals hauptsächlich die Gründung einer Stralsunder Berufsfeuerwehr, deren Geschichte demnach am 1. Februar 1883 begann.

Feuerwehr, 1893

Der Rat beschloss die Einrichtung einer ständigen Feuerwache, die sich fortan im ersten Obergeschoss des Spritzenhauses zwischen dem Rathaus und dem Gebäude Alter Markt 10 befand. Im Erdgeschoss und auf dem Kirchhof standen die Spritze, der Wasserwagen und der „Utensilienwagen“. Zur schnellen Alarmierung wurde unter dem Rathausgewölbe ein Feuermelder angebracht. Zur Stralsunder Berufsfeuerwehr gehörten damals als Offiziere der Brandinspektor und sein Stellvertreter, sechs Oberfeuermänner und 24 „gemeine“ Feuerwehrleute. 

 

Schon nach wenigen Jahren merkte die für die Feuerwehr im Rat zuständige Kommission, dass die Feuerwache neben dem Rathaus viel zu klein war. Aber erst am 2. Oktober 1910 konnte die Stralsunder Berufsfeuerwehr ihre neue Feuerwache am Fährwall beziehen. Diese besaß jedoch noch nicht die heutigen Ausmaße. Sie bestand nur aus der Zentrale, in deren oberen Teil Wohnungen für die Feuerwehrangehörigen eingerichtet waren, drei Fahrzeugboxen für Mannschafts- und Gerätewagen und einem Schlauchturm, der aber nicht mit dem heutigen identisch ist.

Feuerwache 1910

Neben der Wache befanden sich kleine Gartengrundstücke, die von den Feuerwehrmännern in der Freizeit beackert wurden. Was aber besonders wichtig war: Endlich bekam die Feuerwehr eigene Pferdegespanne. Nun brauchten die Mannschaften die Spritzen und Wagen nicht mehr selbst zur Brandstätte ziehen. Die Gärten und der städtische Bauhof, der sich in südlicher Richtung neben der Feuerwache befand, verschwanden 1937/38.

Am Fährwall entstand ein großer Garagenkomplex. Ein weiteres Gebäude zu Unterbringung von Gerätschaften wurde im Jahr 1938 an der südöstlichen Ecke des Platzes errichtet.

In DDR-Zeiten unterstand die Stralsunder Berufsfeuerwehr dem Ministerium des Innern. Seit dem 21. Februar 1959 besaß die Hansestadt neben der Berufsfeuerwehr wieder eine Freiwillige Feuerwehr. Am 11. September 1990 wurde die Berufsfeuerwehr wieder in die kommunale Verwaltung überführt.

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In den Jahren danach begann ein massiver Ausbau der Feuerwache. Zunächst erfolgte die Errichtung eines neuen Gebäudes mit Fahrzeughallen, Schlauchlager, Schlauchwaschanlage, Sanitär- und Schulungsräumen. 2010 wurde der Grundstein für ein neues Sicherheitstechnisches Zentrum mit Freiwilliger Feuerwehr und Rettungskräften von DRK, ASB, DLRG und Johannitern unter einem Dach gelegt. Am 1. Februar 2013, 130 Jahre nach der Gründung der Berufsfeuerwehr, konnte das Sicherheitstechnische Zentrum offiziell übergeben werden.

Feuerwehr Gebäude

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